Was hat der Löwenzahn mit Treibstoff zu tun?
(Foto: Blume)
Treibstoffe aus Holz und Pflanzenresten
Experimente:
Versuch 27: Wir untersuchen Harze und Terpene
Versuch 28: Isolierung von Limonen aus Citrusfruchtschalen
Versuch 30: Unterscheidung zwischen fettem Öl und Mineralöl
Versuch 31: Gewinnung von Raps- oder anderen fetten Ölen
Versuch 32: Brennbarkeit von fetten Ölen
Versuch 33: Trockene Destillation von Holz
Versuch 34: Analyse des Kondensats bei der Verschwelung von Holz
Versuch 29: Alkoholische Gärung
Während des 2. Weltkriegs und in der Nachkriegszeit fuhren viele Kraftfahrzeuge mit
einem außen angebrachten "Gasgenerator", in dem Holz erhitzt und destilliert wurde
(-> Versuch 33). Mit dem Holzgas wurden die Fahrzeuge angetrieben.
Im Gespräch sind auch Alkohol, Biodiesel und andere Pflanzeninhaltsstoffe, die man als
Terpene bezeichnet.
Holz besteht aus organischen Verbindungen mit einem hohen Gehalt an Kohlenstoff und Wasserstoff und brennt deshalb. Hierzu tragen vor allem Cellulose und der typische Holzstoff Lignin bei. Aber auch andere Inhaltsstoffe von Pflanzen wie Fette (Tallöl) und bestimmte Kohlenwasserstoffe, die Terpene, müssen genannt werden. (Siehe hierzu die Webseite Papier.)
Beim Verbrennen von Holz wird Wärme freigesetzt, die wir nutzen können. Das ist nicht verwunderlich, denn die Biomasse ist ja gespeicherte Sonnenenergie.
Es gibt viele Kritikpunkte an der Nutzung von Biomasse zur Treibstoffgewinnung. Das gilt besonders auch für den sogenannten Biodiesel. Einmal verläuft die Verbrennung nicht so eindeutig wie immer gesagt und produziert mehr Schadstoffe, als die Verbrennung von sauber definierten Erdölderivaten. Außerdem werden zu deren Produktion landwirtschaftliche Flächen genutzt, die eigentlich stillgelegt werden sollten oder besser zur Produktion von Lebensmitteln dienten. Das gilt vor allem für Alkohol als Treibstoff.
Bei der Holzzersetzung bilden sich brennbare Gase, das sogenannte Holzgas, die sich teilweise im Kondensat niederschlagen. Dieses enthält Alkohole wie Methanol, Aldehyde, Carbonsäuren wie Essigsäure, Kohlenwasserstoffe (auch ungesättigte) und viele andere, niedermolekulare und zugleich gut brennbare organische Verbindungen (-> Versuch 34).
Belässt man es nicht nur beim Verbrennen der Pflanzen, sondern isoliert man zuvor gewisse Stoffgruppen, so kann man mit diesen Sekundärstoffen Motoren antreiben, also zur Energieumwandlung nutzen.
So gewinnt man aus den Samen von Raps ein fettes Öl, das - chemisch verändert - als Biodiesel verkauft wird (-> Versuch 31). Diese Öle kann man leicht von Kohlenwasserstoffen unterscheiden (-> Versuch 30). Sie brennen sehr gut (-> Versuch 32) und können deshalb (wenn es wie z. B. in Wasserschutzgebieten sinnvoll erscheint) z. B. Dieseltreibstoffe oder Schmieröle auf Erdölbasis ersetzen.
Aus Nadelhölzern, aus Pflanzen wie der Wolfsmilch (Euphorbia) oder sogar aus dem Löwenzahn oder aus Schalen von Citrusfrüchten gewinnt man Terpene, Gemische von cyclischen Kohlenwasserstoffen (-> Versuch 27). Man kann die Terpene direkt als Treibstoff einsetzen oder sie wie Erdöl zuvor cracken und so veredeln.

Euphorbia latyris (auch lathyris)
(Foto: Blume)
Bekannt sind auch Alkohole (Ethanol und Methanol) als Treibstoff oder Antiklopf-Treibstoffzusatz. Sie werden biotechnologisch durch Gärung von Resten, die z. B. bei der Zuckerherstellung anfallen, oder aus Schilfrohr gewonnen (-> Versuch 29).

Zuckerrohr auf Mauritius (Foto: Daggi)
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