Wenn der schützende Überzug verletzt ist

Experimente:
Versuch 91: Rostet Eisen mit Metallüberzügen?


Die Folgen sind unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um ein unedleres Metall wie Zink oder um ein edleres Metall wie Zinn handelt (-> Versuch 91).

Beispiel Zink
Zink und Eisen sind miteinander leitend verbunden. Somit liegt hier ein Kurzschlußelement vor wie das, das die Grundlage des Volta-Elements ist. Zink geht in Lösung, die Elektronen gehen zum edleren Eisen über und übertragen diese auf Hydronium-Ionen oder auf Sauerstoff. Im ersten Fall spricht man von Säurekorrosion, im zweiten Fall von Sauerstoffkorrosion.

Zink: Zn ———> Zn2+ + 2 e-
Eisen: 2 H3O+ + 2 e- ———> 2 H2O + H2 Säurekorrosion
O2 + 2 H2O + 4 e- ———> 4 OH- Sauerstoffkorrosion

Eisen bleibt davon unberührt, es spielt die Rolle eines Katalysators (wie das Kupfer beim Volta-Element).
Wenn das Zink aufgelöst ist, setzt der gleiche Vorgang an der Oberfläche des Eisens an - nun aber mit den Folgen der Rostbildung.


Verzinntes Eisen mit Korrosionsstellen
(Foto: Daggi)

Beispiel Zinn oder Kupfer
Wenn der schützende Zinn-Überzug verletzt ist, beobachtest du das Gegenteil. Nun blüht das Eisen an den Löchern im Überzug aus (-> Bild oben). Du musst also in den obigen Gleichungen einfach Zink durch Eisen ersetzen und Eisen durch Zinn. Gleiches gilt für Kupferüberzüge und verchromte Stücke.


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Letzte Überarbeitung: 23. Mai 2005, Dagmar Wiechoczek