
Passivrauchen soll so gefährlich sein, dass angeblich
sogar ein MAK-Wert dafür diskutiert wird. Hierzu ein Bericht der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG):
Passivrauchen
Seit 30 Jahren ist die Verursachung von Bronchialkrebs durch Zigarettenrauchen
epidemiologisch eindeutig belegt und quantitativ ausgewiesen; auch einige andere
Krebsarten sind, wenn auch in deutlich geringerem Maße, dem Tabakrauchen
zuzuordnen. Während der Raucher den sogenannten Hauptstromrauch und
Nebenstromrauch inhaliert, versteht man unter "Passivrauchen" die Exposition von
Nichtrauchern gegenüber dem von der Zigarette abgehenden Nebenstromrauch und
der von Rauchern ausgeatmeten Luft.
Über 30 epidemiologische Studien aus verschiedenen Ländern zeigen für
Passivraucher statistisch signifikant mehr Lungentumore als für Nichtexponierte, was
durch das cancerogene Potential der Stoffe im Nebenstromrauch zu erklären ist. Eine
Dosis/Wirkungs-Beziehung zwischen der Exposition des Passivrauchers und
Lungenkrebs lässt sich bis in den Niedrigdosisbereich hinein ableiten. Unter
Berücksichtigung aller Einflußgrößen, wie Fehler durch Mißklassifikation des
Rauchverhaltens und Einfluß von Ernährung und sozialem Status, kommen die
Kommission wie auch die amerikanische Umweltbehörde (EPA) und die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem Schluß, dass für Passivraucher ein
höheres Lungenkrebsrisiko belegt ist.
Nebenstromrauch enthält eine Vielzahl von Stoffen, die sich entweder beim Menschen
oder bei Tieren als cancerogen erwiesen haben und die in zum Teil deutlich höheren
Konzentrationen als im Hauptstromrauch vorliegen. Der Nebenstromrauch wird von
Nichtrauchern in Mengen inhaliert und resorbiert, die vermehrt zu Lungenkrebs führen
können. Studien zur inneren Exposition zeigen anhand verschiedener Biomarker, dass
Passivraucher im Vergleich zu Nichtexponierten einer erhöhten Belastung durch
cancerogene Inhaltsstoffe des Nebenstromrauchs ausgesetzt sind. Eine verstärkte
Wirkung von Passivrauchen und bekannten krebserzeugenden Arbeitsstoffen ist
außerdem in Betracht zu ziehen.
Quelle:
forschung - Mitteilungen der DFG 3/98; S. 27
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