Woher das Schwefeldioxid in der Umwelt stammt
Experimente:
Versuch 41: Rösten von sulfidischen Erzen
Versuch 166a: Modellversuch zum Claus-Prozess
Versuch 166b: Modellversuch zum Kalkwaschverfahren
Versuch 166c: Modellversuch zur Chemisorption von
Schwefeldioxid an Aktivkohle
Der Umweltschadstoff Schwefeldioxid wird hauptsächlich bei
folgenden Prozessen freigesetzt:
Verbrennen von fossiler oder rezenter Biomasse
Beispiele sind Kohle (besonders von Braunkohle) und Holz. Diese Materialien
enthalten biogene Schwefelverbindungen. In Kohle ist zusätzlich Eisendisulfid
(Markasit, Pyrit) zu finden.
Verbrennen von Heiz- bzw. Dieselkraftstoff
Diese Öle enthalten organische Schwefelverbindungen wie Thiophen. Aus diesem
Grund wird auch beim Betrieb von Dieselmotoren Schwefeldioxid emittiert.
Verbrennen von Gummi
Der Schwefelgehalt verschiedener Gummisorten variiert in weiten Grenzen. Bei
Hartgummi beträgt er ca. 30 %.
Rösten von sulfidischen Erzen
Viele Schwermetallerze sind Sulfide, die vor dem Reduktionsprozeß in Oxide
überführt werden müssen. Das wichtigste Beispiel ist
Pyrit (-> Versuch 41).
Oxidation der Quellgase Schwefelwasserstoff und Schwefelkohlenstoff
Schwefelwasserstoff und Schwefelkohlenstoff (CS2), das vulkanischen Prozessen
entstammt und auch mit Kokereigasen emittiert wird, sind Quellgase und reagieren mit
dem Hydroxylradikal (HO) zu Schwefeldioxid.
Vulkanismus und andere geochemische Prozesse
Bei Vulkanausbrüchen, aber auch aus Erdspalten gelangen große Mengen
Schwefeldioxid in die Atmosphäre (siehe nächstes Bild).
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| Brodelnde Schwefelquellen des "Drive-In-Vulkans" bei Soufrière
(St. Lucia, Karibik) (Foto: Daggi) |
Verminderung der Emission von Schwefeldioxid
Zum Thema gibt es eine eigene Webseite mit einer Vielzahl von Experimenten, die die
Entschwefelungsverfahren demonstrieren.
Deshalb werden hier nur die wichtigsten Verfahren aufgezählt.
Zur Reinhaltung der Luft gibt es zunächst Primärmaßnahmen, die die Emission von
Schwefeldioxid von vornherein unterbinden sollen. Kommt es bei einem Prozeß zur
Bildung SO2-haltiger Abgase, so versucht man, durch nachgeschaltete Prozesse die
Abgase zu entschwefeln (Sekundärmaßnahmen).
1 Primärmaßnahmen
2 Sekundärmaßnahmen - Entschwefelung der Abgase
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