Die Gewinnung der Lanthanoide
Zur Gewinnung der Lanthanoide werden zunächst die
Mineralien (z. B. Monazit und Bastnäsit) zermahlen
und mittels physikalischer Trennverfahren vom Begleitgestein
abgetrennt.
Diese Trennung erfolgt aufgrund von unterschiedlichen
Eigenschaften, wie Dichte, Verhalten im Magnetfeld und Verhalten
im elektrischen Feld.
Als wichtigstes Verfahren ist hierbei die Flotation zu
nennen:
Die zu trennenden Mineralien befinden sich in einem mit Wasser
gefüllten Becken, in das von unten Luftblasen eingeleitet
werden.
Durch Zugabe eines geeigneten Flotationsmittels, welches
sich an die gewünschten Erzteilchen anlagert, wird eine
hydrophobe Oberfläche geschaffen.
Diese Oberfläche ermöglicht nun eine Bindung an die
Luftblasen, welche die Dichte des Teilchens hinreichend senkt, so
dass es zur Wasseroberfläche steigt.
Um das Zerplatzen der Luftblasen an der Oberfläche zu
verhindern wird ein Schaumbildner hinzugegeben.
Bei diesem Verfahren unterscheidet man zwischen direkter
Flotation, bei der das gewünschte Erz aus der Schaumschicht
gewonnen werden kann, und indirekter Flotation, die nur das
unerwünschte Begleitgestein aufsteigen
lässt.
Typische Flotationsmittel sind hierbei Seifen, Ölsauren oder
langkettige Amine.
Das auf diese Art erhaltene Mineralkonzentrat wird nun
entweder in Säuren oder in Laugen gelöst, wobei
man diese Verfahren als sauren oder alkalischen (bzw. basischen)
Aufschluß bezeichnet.
Beim sauren Aufschluß werden die feinzerteilten Mineralien
in 120 - 230 °C heißer, konzentrierter
Schwefelsäure gelöst, während typische
Verunreinigungen wie SiO2, ZrSiO4,
FeTiO3 oder TiO2 ungelöst
bleiben.
Neben Lanthan und den Lanthanoiden liegt nun auch Thorium als
Sulfat in der Lösung vor.
Nach dem Lösen der Sulfate in Eiswasser erfolgt eine
partielle Neutralisation mit Ammoniak um das Thorium in Form
basischer Salze auszufällen.
Hiernach können nun die Lanthanoide nach Zugabe von
Oxalsäure ( HOOC-COOH) als Oxalate ausgefällt
werden.
Durch Erhitzen werden die Oxalate in die Oxide
überführt.
Die Zugabe von Natriumsulfat (Na2SO4) vor
der Oxalatfällung ermöglicht die Trennung der
Yttererden von den Ceriterden, welche als unlösliche
Doppelsulfate Ln2(SO4)3*Na2SO4
*n H2O ausfallen.
Beim basischen Aufschluß des Monazits wird das
Phosphatgemisch (Ln,Y,Th)PO4 durch Behandlung mit
150 °C heißer 50 %iger Natronlauge unter Druck in das
Gemisch der unlöslichen Hydroxide überführt.
Der Aufschluß verläuft nach folgenden Reaktionsgleichungen:
LnPO4(s) + 3 NaOH(aq) > Ln(OH)3(s) +
Na3PO4(aq)
Th3PO4(s) + 12 NaOH(aq) > 3
Th(OH)4(s) + 4 Na3PO4(aq)
Nach Dekantieren, Waschen und Filtrieren löst man nun die
festen Hydroxide in Salpetersäure und erhält die
Nitrate:
Ln(OH)3(s) +3 HNO3 >
Ln(NO3)3 + 3 H2O(l)
Aus dieser Lösung werden nun Thorium und Spuren von
Uran als Hydroxide gefällt und man erhält die Lösung der Lanthanidnitrate.