Anwendungen der Lanthanoide: Leuchtstoffe
Als Leuchtstoffe (engl.: phosphors) bezeichnet man
Materialien, die aus einem angeregten, energiereichen Zustand
unter Aussendung von Licht einer bestimmten Wellenlänge auf
ihren energieärmeren Grundzustand zurückfallen.
Dieses Phänomen wird auch als Lumineszenz
bezeichnet.
Leuchtstoffe werden in vielen Bereichen des täglichen Lebens
verwendet: in Fernsehgeräten und Computermonitoren, in LEDs,
in Leuchtstofflampen und in Röntgendetektoren.
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Foto: Jens |
| Bild: Ein Computer-Monitor |
Typische Leuchtstoffe bestehen aus einem Wirtgitter, in dem
eine geringe Menge Fremd-Ionen enthalten sind, die
hauptsächlich die Lumineszenz verursachen.
Hierbei finden die Lanthanide sowohl als Bestandteil des
Wirtgitters als auch als Aktivator-Ionen Verwendung.
Man beschreibt einen derartigen Leuchtstoff in der folgenden
Form:
Y2O3:Eu bedeutet, daß ein Wirtgitter
aus Yttriumoxid mit Europium-Ionen dotiert ist, d.h. daß
ca. fünf Prozent der Yttrium-Ionen durch Europium-Ionen
ersetzt wurde.
Ein Großteil der heutigen Lichtquellen, wie z. B.
Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen nutzen die
Lichtemissionen von Plasmaentladungen.
Dabei wird das Plasma, meist wird Quecksilberdampf verwendet,
durch Zugabe elektrischer Energie angeregt und sendet beim
Zurückfallen auf den Grundzustand Licht verschiedener
Wellenlängen aus.
Für Beleuchtungszwecke wird im allgemeinen "weißes"
Licht eingesetzt, d. h. Licht, das Anteile aus allen Bereiches
des sichtbaren Spektrums enthält (400-700 nm).
Da das emittierte Licht eines Quecksilberplasmas zum großen
Teil im UV-Bereich (254 nm) und im Blau- und Grünbereich
des sichtbaren Spektrums liegt, wird der Einsatz eines
Leuchtstoffs notwendig, der die ultravioletten Teile des
Spektrums absorbiert und rotes Licht emittiert.
Die ersten dieser Leuchtstoffe wurden zu Beginn der fünfziger
Jahre entwickelt, jedoch wurden in den letzten Jahren neue
lanthanidhaltige Leuchtstoffe mit höhem Wirkungsgrad und
höherer Stabilität eingeführt.
Auch in Computermonitoren und Fernsehgeräten spielen auf
Lanthaniden basierende Leuchtstoffe eine wichtige Rolle.
Hierbei wird die Kathodolumineszenz benutzt, d. h. die
Leuchtstoffe werden durch einen Elektronenstrahl in den
angeregten Zustand versetzt.
Als roter Leuchtstoffe wird meist
Y2O2S:Eu , als grüner Leuchtstoff
häufig Y2SiO5:Tb eingesetzt.
Die für den Einsatz als Lumineszenzmaterialien am besten
geeigneten Seltenerdelemente sind Europium, Terbium (beide
meist als Aktivator-Ionen), Cer, Gadolinium und Yttrium.
Dabei beweisen sie im Vergleich zu anderen Leuchtstoffen
häufig eine hohe Effizienz und Stabilität, haben jedoch
aufgrund der aufwendigen Trennverfahren einen deutlich
höheren Preis.
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Letzte Überarbeitung: 22. November 2001, Jens Kuster