Anwendungen der Lanthanoide: Magnettechnologie
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet der Lanthanoide ist die Magnettechnologie:
Um die zunehmende Miniaturisierung in der Elektrotechnik
vorantreiben zu können wurden Werkstoffe benötigt, die
bei gleicher Masse im Vergleich zu herkömmlichen
magnetischen Materialien eine höhere magnetische Kraft
aufweisen.
Da einige Lanthanoide schon in elementarer Form magnetisch sind,
untersuchte man seit Mitte der siebziger Jahre gezielt ihre
Verbindungen und Legierungen nach geeigneten Werkstoffen.
Dabei fand man einige Materialien, wie z. B. die
Samarium-Cobaltverbindungen SmCo5 und
Sm2Co17 oder die 1983 entdeckte
Neodym-Eisen-Borverbindung Nd2Fe14B,
welche schnell für industrielle Anwendungen genutzt
wurden.
Weitere interessante Materialien sind der
Gadolinium-Gallium-Granat
Gd3Ga5O12, der als
Computerspeichermedium entwickelt wurde, sich aber nicht
durchsetzen konnte und Terbium-Eisen-Cobaltlegierungen, die
als Speichermedium der MiniDisc Verwendung
finden.
Der Stoff Ytterbium-Cobalt-Eisen-Mangan
Yb2Co13Fe3Mn, der das
höchste Energieprodukt der bekannten Magnetwerkstoffe
aufweist, wird wegen seines hohen Preises nicht kommerziell
eingesetzt.
Aufgrund der Reaktionsfreudigkeit der Seltenerdmetalle
benötigen die Magnetmaterialien eine Schutzbeschichtung um
die Korrosion an der Luft zu verhindern.
Für diese Beschichtung werden meist Aluminium oder Epoxyharz
verwendet.
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl von
Magnetwerkstoffen ist ihre Temperaturbeständigkeit.
Das wichtigste Maß für die Temperaturbeständigkeit
eines Stoffes ist seine Curie-Temperatur, die angibt ab welcher
Temperatur der Stoff seine magnetischen Eigenschaften
verliert.
Im allgemeinen werden die magnetischen Eigenschaften auch schon
unterhalb des Curie-Punktes beeinträchtigt, so weist z. B.
das Neodym-Eisen-Bor eine Curie-Temperatur von 180-200 °C
auf, wird aber in der Praxis nicht mehr bei Temperaturen
über 120 °C eingesetzt.
Die Samarium-Cobaltverbindungen hingegen sind deutlich
temperaturbeständiger, ihr Curie-Punkt liegt bei ca. 700
°C.
Die Einsatzmöglichkeiten für seltererdmetallhaltige
Magnetwerkstoffe sind äußerst vielfältig:
Besonders Mini- und Mikromotoren benötigen kleine und
leistungsstarke Magnete, ebenso wie feinmechanische Produkte wie
z. B. Quarzuhren oder Fotoapparate.
Auch die stetige Miniaturisierung der Produkte der Informations-
und Unterhaltungsindustrie setzte die Existenz geeigneter
Magnetmaterialien voraus.
Als prominenteste Beispiele sind hier Videokameras, MiniDisc-,
Disketten- und Festplattenlaufwerke zu nennen.
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Foto: Jens |
| Bild: Eine Festplatte |
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Foto: Jens |
| Bild: Ein Discman |
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