Warum gibt man Reis in den Salzstreuer?

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Eigentlich bräuchte man das heute gar nicht mehr zu machen.

Früher war das anders. Da wurde Salz tatsächlich leicht feucht. Denn Steinsalz ist hygroskopisch, d. h. es zieht Wasserdampf aus der Umgebungsluft an. Der Grund ist, dass Steinsalz Magnesiumsalze als Verunreinigung enthielt, und die sind hygroskopisch. Gleiches gilt für Calciumchlorid.

(Das merken auch viele Besitzer von aus Steinsalz gefertigten Salzlampen, die spätestens in feuchter Schlafzimmerluft zu zerfließen beginnen...)

Feuchtes Salz ist bröselig, denn die Kristalle backen zusammen. Das Salz rieselt nicht mehr so schön aus dem Streuer; man kann es vor allem schlecht dosieren. Heute ist das Salz viel reiner und deshalb nicht mehr wasseranziehend. Außerdem enthält Speisesalz heutzutage viele Zusätze, die es trocken und rieselfähig halten. Klicke hier. Wenn man jedoch sein Essen mit „natürlichem“ Himalajasalz oder Meersalz würzen will, muss man natürlich ein wenig umdenken...

Zurück zu den Reiskörnern. Die bestehen vor allem aus Stärke. Dieses Polysaccharid zieht ebenfalls Wasser an und hält somit das Salz trocken. Prinzipiell ginge das auch mit Weizenkörnern; die sind aber viel weicher als die harten Reiskörner. Dazu zerfallen sie, wenn sie mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen.

Unser Speisesalz ist einmal reiner; man hat durch verbesserte Reinigungsverfahren die Magnesiumanteile reduzieren können. Außerdem gibt man zur Erhöhung der Rieselfähigkeit fein gemahlenes Kalkpulver dazu. Deshalb löst sich Speisesalz in Wasser nicht völlig auf, sondern bildet nur eine trübe Brühe. Da Kalk sich in Säure löst, kann man diese trübe Brühe mit einem Tropfen Essig klären. Das geht auch nicht immer, denn manchmal dient auch Calciumsilicat als Rieselhilfe für Speisesalz.


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Letzte Überarbeitung: 13. Juli 2009, Dagmar Wiechoczek