Kunststoffe in der Luft- und Raumfahrttechnik
Die auf die jeweiligen Bedürfnisse einstellbaren Materialeigenschaften, die durch Kunststoffe ermöglicht werden, haben zu einer weiten Verbreitung geführt. So werden im Flugzeug neben den klassischen Kunststoffen vor allem Hochleistungskunststoffe eingesetzt. Im Vordergrund stehen die Verbundstoffe. Ganze Teile der Flügel des Airbus bestehen aus mit Kohlefasern verstärktem Material.
Weiterhin werden Hitzeschilder von Weltraumfähren aus mit Glas- oder Carbonfasern gefüllten Phenolharzen hergestellt. Ihre Oberfläche verbrennt zwar anfänglich, doch bildet sich eine "Zunderschicht", die aus Glas und Kohlenstoff besteht und sehr hitzebeständig ist. Da Kunststoffe im allgemeinen schlecht die Wärme leiten, wird das zu schützende Material gut gegen die Hitze abgeschirmt. Die hitzeschützenden Eigenschaften gehen sogar soweit, dass mit diesem Material Brennkammern von Raketenmotoren ausgekleidet werden.
Glasfaserverstärkte Epoxidharze werden auch als Material für Hubschrauber-Rotoren eingesetzt. Sie müssen einerseits verwindungssteif und zäh sein, andererseits wenig Gewicht mitbringen, um die bei den hohen Drehzahlen auftretenden zerstörerischen Fliehkräfte gering zu halten.
Die Tabelle führt noch einige Beispiele für die Kunststoffsorten auf, die für bestimmte Zwecke benutzt werden (Abkürzungen der Kunststoffe s. hier).
| Anwendungsbeispiel | Kunststoff |
|---|---|
| Luftschrauben, Verkleidungen, Beschichtungen, Isolatoren | PE, PA, (faserverstärkt) |
| Klarsichtscheiben | PMMA |
| Hitzebeanspruchte Flächen, Hitzeschilde, Brennkammern von Raketenmotoren | Fasergefüllte Phenolharze, EP |
| Aufblasbare Reflektoren von Nachrichtensatelliten | PET-Folien |
| Raumanzüge | PET-Fasern |
| Rotorblätter | EP (glas-/carbonfaserverstärkt) |
| Flugzeugaußentüren | PPS |
Quelle: [3]
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