Kunststoffverwendung in der Medizin

Spritze und Urinbeutel
(Fotos: Dietmar)

Die Medizin hat sich Kunststoffe in vielfacher Hinsicht zu Nutze gemacht. Angefangen mit Verschlüssen und Klammern, die als Massenprodukte günstig zu fertigen sind, bis zu Ersatzteilen für den menschlichen Körper, wie Prothesen und künstlichen Augenlinsen. Kunststoffe lassen sich in vielfacher Hinsicht einsetzen. Eigenschaften, die von den Medizinern geschätzt werden, sind unter anderem, dass sie sich mit dem Körpergewebe vertragen und es zu keinen allergischen Reaktionen kommt. Außerdem lassen sich die Kunststoffe gut sterilisieren, was bei Massenartikeln zu einer Reduzierung der Kosten führt.

Kunststoffe lassen sich den gewünschten Bedingungen genau anpassen. Für Augenlinsen und Zahnfüllungen wird der gleiche Kunststoff verwendet: PMMA, besser bekannt als Plexiglas. Ist er in der Linse jedoch durchsichtig, so soll er sich als Zahnfüllung in seiner Farbe variieren und sich der jeweiligen Zahnfarbe anpassen lassen.
Fäden, mit denen in der Chirurgie genäht wird, bleiben im Körper und werden dort abgebaut. Wurden früher Metallnägel und Schrauben benutzt, um gebrochene Knochen wieder "in Form" zu bringen, so werden heutzutage oftmals auch schon Kunststoffe eingesetzt, die durch den Stoffwechsel abgebaut werden. Der Vorteil bei diesen Materialien ist, es bedarf keiner weiteren Operationen, um sie wieder aus dem Körper zu entfernen.

Venenpunktionsbesteck steril in Folie verpackt
(Foto: Dietmar)

Die folgende Tabelle führt noch einige Beispiele für die Kunststoffsorten auf, die für medizinische Zwecke benutzt werden (Abkürzungen der Kunststoffe s. hier).

Anwendungsbeispiel Kunststoff
Bauteile der Herz-Lungen-Maschine PC
Herzventile SI, PA, Fluorkunststoffe
Künstliches Herz PUR
Sehnenersatz aus gewirkten Fasern SI, PA, PET, PE
Gelenkpfannen PE
Chirurgiefäden, nicht resorbierbar PET, PA 6, PP
Chirurgiefäden, resorbierbar Poly(p-dioxanon)
Zahnfüllungen, Zahnersatz PMMA-Harz mit Mineralstofffüllung
Schläuche, Behälter, Röhren, Injektionsspritzen PE, PP, PVC
Katheterschläuche PTFE, PA, PVC
Brillengläser Polythiourethan

Quelle: [3]


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Letzte Überarbeitung: 03. März 2004, Dietmar Bach