Wichtige mineralische Sulfate

Mineralische Sulfate spielen in der Natur eine wichtige Rolle. Das gilt vor allem für die Zusammensetzung von Gesteinen und von Salzlagern.

Zur Bildung von schwerlöslichen Massengesteinen tragen neben den Carbonaten wie Kalkstein oder Dolomit vor allem die Sulfate der Erdalkalimetalle Ca, Sr und Ba bei.

Gipskristalle (Foto: Daggi)

Gips (Calciumsulfat-Dihydrat, CaSO4 · 2 H2O) ist ein Mineral, das zusammen mit seinem wasserfreien Begleiter Anhydrit (mit t!) CaSO4 in großen Lagerstätten weltweit vorkommt. Besonders großflächige Kristalle nennt man auch Marienglas. Mikrokristalliner Gips ist bekannt als Alabaster. Gips und Anhydrit entstanden vor allem beim Eindunsten von Seen und Meeren. Als schwerlösliche Salze bildeten sie sich zuerst und liegen im Salzstock deshalb stets unter anderen, leichter löslichen Salzen wie Natriumchlorid (Steinsalz), Kaliumchlorid (Kali) sowie dem besonders gut löslichen Magnesiumsulfat (Bittersalz).

Neben Gips und Anhydrit gibt es noch die schwerlöslichen Sulfate des Strontiums (Cölestin, SrSO4) und des Bariums (Baryt oder Schwerspat, BaSO4). Im Wort Cölestin steckt das lateinische Wort coelestus für himmelblau, im Baryt das griechische barys für schwer. Denn der Cölestin ist ein hellblaues Mineral, während der Baryt durch seine für Mineralien große Dichte von 4,5 g/cm3 beeindruckt. Baryt ist neben Gips auch in der Form von Wüstenrosen bekannt.

Zum Aufbau von Salzlagern tragen neben Gips und Anhydrit die in Wasser gut löslichen Sulfate der Alkali-Metalle und des Magnesiums bei. Letzteres ist bekannt unter der Bezeichnung Kieserit (MgSO4 · H2O) sowie Bittersalz (MgSO4 · 7 H2O). Dazu gibt es auch große Lagerstätten von Natriumsulfat-Dekahydrat (Glaubersalz; Na2SO4 · 10 H20). Alkali- und Magnesiumsulfate bilden nicht nur Reinsubstanzen, sondern auch eine Vielzahl von Mischkristallen, unter anderem auch mit Halogeniden.

1,5 kg Schwerspat. Länge des Stücks 12 cm
(Foto: Daggi)


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Letzte Überarbeitung: 09. Juli 2008, Dagmar Wiechoczek