12 Einsatz von Animismen

Galten sie doch lange als verpönt und unwissenschaftlich, so finden Animismen heute wieder mehr und mehr ihren Weg in die Schulbücher und Arbeitsmaterialien der Grundschule. Gisela Lück greift in ihrem Buch "Leichte Experimente für Eltern und Kinder" diese Thematik auf und befürwortet die Belebung von Naturphänomenen als eine den Kindern vertraute Taktik. "Kinder im Vorschulalter, aber auch noch später im Grundschulalter, interpretieren ihre Umwelt zunächst animistisch, d. h. sie beseelen auch die unbelebten Dinge, denen sie im Alltag begegnen." [3]
Die Verwendung von animistischen Redewendungen oder Graphiken sollte jedoch immer in einem ausgewogenen Verhältnis zur rationalen Deutung von Naturphänomen stehen, um weder eine "anthropozentrische (= den Menschen in den Mittelpunkt stellende) Sichtweise", noch die "radikale Versachlichung" und damit eine "Entseelung der Natur" zu fördern. [3]
Die beiden Figuren "Käptn Skorb" und "Asco, der clevere Schiffsjunge" lockern die Arbeitsblätter auf und begleiten die Schüler mit kurzen Kommentaren und Hinweisen durch die Einheit. Wie die Namen schon andeuten, sollen sie den Kindern die Begriffe "Skorbut" und "Ascorbinsäure" näher bringen und ihnen den Zugang zur unbelebten Natur erleichtern.
Die Animismen bieten den Kindern in gewissem Maße die Möglichkeit, sich mit ihnen zu identifizieren. Besonders die Figur des "Asco" eignet sich hierfür; schon vom Alter her ist er den Schülern näher als der augenscheinlich erwachsene "Käptn Skorb". Außerdem wirkt er durch seine Geschichten, schlauen Bemerkungen und Hilfestellungen positiver als der gesundheitlich etwas angeschlagene und verwirrte Schiffskapitän. Diese Aspekte wurden auch bei der Benennung der Figuren beachtet: Die Ascorbinsäure schützt vor der Mangelerkrankung Skorbut, welche sich anfangs durch Symptome wie Schwäche und Unwohlsein bemerkbar macht.

     


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Letzte Überarbeitung: 02. Februar 2006, Dagmar Wiechoczek