2 Was spricht für einen naturwissenschaftlichen Sachunterricht?


2.1 Das Kind als Entdecker

Kinder erforschen ihre Umwelt und nehmen mit einer scharfen Beobachtungsgabe Phänomene ihres Alltags wahr, sei es das Farbspiel des Regenbogens, die Wasserspiegelung in einer Regenpfütze oder die aufsteigenden Gasbläschen in der Sprudelflasche. Kinder sind bei ihrer Wahrnehmung ganz unvoreingenommen und versuchen in ihrer kindlichen Neugier den Dingen genauer auf den Grund zu gehen. Sie entdecken, untersuchen, forschen und probieren aus, um Lösungsmöglichkeiten und Erklärungsansätze zu entwickeln. Auf diese Weise schaffen sie sich eine wichtige Grundlage zur eigenen Welterkenntnis.
Alle Eltern kennen die damit verbundenen bohrenden, immer wiederkehrenden Warum-Fragen: Warum kann man nicht durch den Regenbogen laufen? Warum "qualmt" im Winter die Atemluft? Warum kribbelt Sprudelwasser? Solche oder ähnliche Fragen kennt jeder, der mit Kindern zu tun hat. Die Neugier will befriedigt werden und die Kinder fordern mit wiederholtem Fragen eine Antwort. Um gute Antworten sind Erwachsene oft verlegen, denn um auf diese Fragen einfache Antworten geben zu können, muss man viel wissen. Häufig muss man erkennen, dass man auf eine scheinbar einfache Frage keine Antwort hat.
Das Nachlesen in einem wissenschaftlichen Buch hilft auch nicht immer weiter. Denn hier bleibt die notwendige Übersetzung des naturwissenschaftlichen Phänomens in eine kindgerechte Sprache offen.
Kinder werden oft mit Antworten abgespeist: Das ist eben so! oder Das verstehst du noch nicht! oder Das lernst du später in der Schule!


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Letzte Überarbeitung: 24. Januar 2005, Dagmar Wiechoczek