7 Die Bedeutung von Unterrichtsmethoden
Unterrichtsmethoden, das haben internationale Vergleichsstudien gezeigt,
sind ein wesentliches Kriterium schulischen Erfolgs. Ohne die Abkehr von einem
veralteten Methodenrepertoire wird eine Verbesserung der pädagogischen Arbeit
nicht möglich.
Der Bildungsauftrag der Schulen darf sich nicht auf reine Wissensvermittlung
beschränken, sondern muss vielmehr die Fähigkeit problemlösenden Denkens und die
Entwicklung von Schlüsselqualifikationen im methodischen, im sozialen und im
kommunikativen Bereich als neues Ziel anstreben.
Wirtschaftsvertreter klagen seit langem über das Ausbildungsniveau und die fehlende
Schlüsselqualifikationen des Nachwuchses, wie Selbständigkeit, Kreativität, Eigeninitiative,
Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Methodenbeherrschung und Teamgeist.
Die Lehrkräfte monieren die schlechter werdenden Bedingungen im Unterrichtsalltag.
Das Unterrichten sei anstrengender geworden, ein Tatbestand, der durch aktuelle Befunde
der Unterrichtsforschung bestätigt wird. Der traditionelle Belehrungsunterricht, der
auf eine rezeptive, verbal-abstrakte Stoffvermittlung ausgerichtet ist, erreicht die
heutigen Schüler nicht mehr. Verwöhnt von den Medien, stellen die Schüler hohe und
einseitige Erwartungen an den Unterricht, der möglichst ebenso unterhaltend sein soll.
Diesen Erwartungen können die Lehrkräfte mit den alten Vermittlungsmethoden kaum gerecht
werden. Langeweile und die damit einhergehenden Störungen und Unruhen seitens der Schüler
sind vorprogrammiert. Doch Motivations- und Lernprobleme lassen sich bekämpfen, wenn man
sich eins vor Augen führt: "Rund 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler gehören vom
Begabungstyp her zur Gruppe der praktisch-anschaulichen Lerner, sie brauchen zum
erfolgreichen Lernen möglichst ausgeprägte praktische Lerntätigkeiten" [4].
Wie lassen sich Schlüsselqualifikationen besser anbahnen, wie lassen sich die
Schüler besser motivieren und die Lehrer entlasten, wie wird man der veränderten
Lerndisposition der Schüler gerecht und wie kann eine effektivere Stoffvermittlung
erreicht werden? Hier kann die Zauberformel eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen
heißen.
Lernformen wie Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Stationenarbeit, Projektarbeit, die
auch in den Lehrplänen gefordert werden, fördern das eigenverantwortliche Lernen und
unterstützen die Kompetenzvermittlung im sozialen, kommunikativen sowie methodischen
Bereich. Von handlungsorientierten Lernformen, die den Schülern die Möglichkeit geben,
sich in aktiv-kreativer Weise, selbständig mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen,
profitieren Schüler und Lehrer gleichermaßen. Selbständigkeit und Selbsttätigkeit
setzen in hohem Maße intrinsische Motivation frei, führen zu greifbaren Ergebnissen
und Erfolgserlebnissen und erreichen dadurch eine effektivere Stoffvermittlung.
Im Folgenden möchte ich einige Unterrichtsmethoden vorstellen, die eigenverantwortliches
Lernen fördern können und die in dieser Unterrichtseinheit praktiziert wurden.