8.7 Planungsentscheidungen und ihre didaktisch-methodische Begründung
Um den Schülern nicht einfach das Unterrichtsthema zu nennen, sondern von einem Problem
ausgehend auf das Thema "Waschen und Reinigen" aufmerksam zu machen, nutze ich den
verschmutzten, blauen Stoffelefanten Ellie. Der blaue Elefant erinnert an den kleinen
Freund und Begleiter der Sachmaus aus der beliebten Kindersendung "Die Sendung mit der
Maus", in der bekanntermaßen auch die Naturwissenschaften thematisiert werden. So
bietet sich der Elefant als Identifikationsfigur und als Glücksbringer für ein gutes
Gelingen der Experimente an, zumal die Kinder mit dem blauen Elefanten eine bekannte
"Persönlichkeit" verbinden können.
Das verschmutzte Stofftier, das ich in den Händen halte, weckt sofort die Neugier der
Schüler und lenkt die Aufmerksamkeit auf sich bzw. auf mich und bringt uns ohne lange
Erklärungen auf das Thema "Waschen und Reinigen". Die Schüler werden nun von einem
Problem ausgehend dazu aufgefordert Lösungen zu finden und experimentell zu untersuchen.
Das Aufstellen der Sicherheitsregeln, die beim Experimentieren eingehalten werden
müssen, erfolgt im Sitzkreis, um im gemeinsamen Klassengespräch die Regeln zu entwickeln.
In dieser Form fühlen sich alle Schüler angesprochen und werden direkt beteiligt. Das
Formulieren der Regeln mit eigenen Worten macht die Regeln einsichtiger und einprägsamer.
Das erste Experiment der Unterrichtseinheit, das Experiment "Tücher waschen" wird die
Vermutungen der Schüler bestätigen. Das Wissen, das die Kinder aus ihren Alltagserfahrungen
entwickelt haben, wird nicht ins Wanken gebracht und gibt den Kindern daher die Sicherheit,
dass die Erkenntnisse, die sie aus ihrem Alltag erworben haben, richtig sind. Aus ihrem Alltag
wissen die Kinder, dass man mit warmem Wasser besser waschen kann als mit kaltem und dass die
Wäsche, die mit Waschmittel gewaschen wird, noch sauberer wird. So können die Schüler mit
diesem Experiment Alltagsituationen verbinden. Im Zusammenhang mit dem Experiment "Tücher
waschen" lässt sich sehr gut der Begriff "Löslichkeit", insbesondere Löslichkeit von
Schmutz im Wasser, die Bedeutung von Wasser beim Waschen und die Rolle von Waschmittel
im Waschprozess erarbeiten.
Dieses Experiment ist mir auch für die Einschätzung der Team- und Kommunikationsfähigkeit
und der Arbeitsmotivation wichtig.
Weitere Erläuterungen zu der Unterrichtsmethode des Experimentierens sind im Kapitel
Unterrichtsmethoden nachzulesen.
Nach der Experimentierphase, die dem Bewegungsdrang der Kinder entgegenkommt aber auch
Unruhe erzeugt, können die Kinder mit einem geeigneten Methodenwechsel wieder zur Ruhe kommen.
Ich nutzte dafür eine Wahrnehmungsübung mit einer Geräuschkassette, auf der Alltagsgeräusche
aus dem Haushalt zu hören sind. Die Geräuschkassette leitet bereits zur darauf folgenden
Ideensammlung über, da die Geräusche wie "Geschirrspülen" und "Wäscheschleudern" Assoziationen
zum Thema "Waschen und Reinigen" bei den Schülern wachriefen.
Die Ideensammlung habe ich den Schülern als "Kopfsalat" vorgestellt und mich damit der
Bezeichnung Hilbert Meyers [7] angeschlossen. Der Begriff "Kopfsalat" verdeutlicht sehr gut
das Prinzip der spontanen Ideensammlung, wobei die Schüler alle Assoziationen zum Thema
"Waschen und Reinigen" nennen können. Den Schülern, denen diese Arbeitsmethode bisher
unbekannt ist, helfen die zuvor gehörten Geräusche bei der Entwicklung von Ideen. Weil
den Schülern das Schreiben auf einem großen Plakat mit einem dicken Stift schwer fällt,
übernehme ich die Rolle der Schriftführerin.
Für das Sammeln aller Arbeitsblätter dieser Unterrichtseinheit bekommt jeder Schüler
einen Hefter. Da bei allen Experimenten Wasser gebraucht wird, habe ich mich für einen
Plastik-Schnellhefter entschieden, der die Arbeitsblätter vor Nässe schützt. Ich teile
den Schülern mit, dass zum Abschluss der Unterrichtseinheit aus den gesammelten
Arbeitsblättern das eigene Forscherbuch zusammengestellt wird. Das Deckblatt des
Forscherbuchs darf individuell gestaltet werden. Das unterstreicht den Wert der
eigenen Arbeit.