10.7 Planungsentscheidungen und ihre didaktisch-methodische Begründung

Bei der Stationenarbeit arbeiten die Schüler motiviert und begeistert an der Durchführung der Experimente. Es ist nicht leicht diese Begeisterung bei der Auswertungsphase aufrechtzuerhalten und die Schüler durchgehend zum Mitmachen zu motivieren. Die Ernennung zu "Forscherteams", die mit ihren Versuchsergebnissen dazu beitragen, zu einer Erkenntnis zu gelangen und einen chemischen Sachverhalt zu klären, steigert das Verantwortungsgefühl der Schüler und macht ihnen deutlich, dass zu jeder Experimentierphase auch eine theoretische Auswertung gehört.
Die Besprechung der Arbeitsergebnisse findet im Sitzkreis statt. Diese Form ist viel kommunikativer, als wenn die Schüler an ihren Tischen sitzen. Die Schüler können sich besser ansehen und ihre Arbeitsergebnisse und Zeichnungen den anderen vorstellen.
In die Mitte des Sitzkreises stelle ich ein Tablett mit verschiedenen Versuchsmaterialien der Stationenarbeit. Dieses Anschauungsmaterial ruft Erinnerungen an die durchgeführten Experimente wach und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Unterrichtsgegenstand.
Jede Gruppe stellt eine Station mit den dazugehörenden Arbeitsergebnissen vor. Angefertigte Zeichnungen werden von allen Schülern gezeigt. Wenn eine Zeichnung besonders gelungen ist, wird sie nochmals separat vorgestellt.
Wenn eine Station vollständig vorgestellt wurde, erkläre ich die Versuchsergebnisse. Ich frage, ob ein Schüler eine Vermutung hat und die Beobachtung erklären kann. Wenn die Schüler keine Ideen haben oder ihre Äußerungen sehr spekulativ bleiben, verzichte ich darauf, durch ein fragend-entwickelndes Unterrichtsgespräch auf die richtige Lösung zu kommen.
Ich erkläre die Chemie der Tenside nur in soweit, wie es für das Verständnis der Versuchsergebnisse notwendig ist. Die Erklärungen sind möglichst knapp und kindgerecht und werden didaktisch reduziert. Ich formuliere einen kurzen Merksatz zu jedem Experiment.
Die Erklärungen prägen sich besser ein, wenn sie durch szenische Darstellungen nachgespielt werden. Ein Rollenspiel kann auch von den Schülern selbst entwickelt werden. Diese Form der gedanklichen Auseinandersetzung hilft komplizierte Sachverhalte genau zu durchdringen. Die Rollenspiele helfen die lange Sitzkreisphase aufzulockern und kommen dem Bewegungsdrang der Schüler entgegen.
Das Zuordnen der Merksätze in Gruppenarbeit findet direkt im Anschluss an die Auswertungsphase statt. So wird das eben Gelernte nochmals vertieft und prägt sich besser ein. Wenn eine Kontrollstation eingerichtet wird, können die Gruppen eigenständig überprüfen, ob sie die Merksätze richtig zugeordnet haben. Dies ist eine weitere Möglichkeit den Schülern mehr Verantwortung zuzugestehen.
Nach der Auswertungsphase und dem Zuordnen der Merksätze, beides Phasen, in denen die Schüler lange still sitzen und sich konzentrieren müssen, ist es sinnvoll ein Bewegungsspiel einzuschieben. Nach dem Austoben können die Schüler wieder konzentriert bei der nächsten Phase, dem Gruppenpuzzle mitmachen.
Die Hausaufgabe zu dieser Doppelstunde ist bereits die Vorbereitung auf das Gruppenpuzzle. Die eine Hälfte der Klasse soll das Experiment "Das Seifenschiffchen" und die andere Hälfte der Klasse soll das Experiment "Das Münzen-Tauchen" als Hausaufgabe durchführen. Beim Stellen der Aufgaben weise ich die Schüler darauf hin sich gut vorzubereiten.
Jetzt soll die Hausaufgabe in Form eines einfachen Gruppenpuzzles vorgestellt werden. Da den Schülern diese Unterrichtsmethode unbekannt ist, lasse ich eine vereinfachte Form des Gruppenpuzzles durchführen. Jede Methode sollte langsam angebahnt werden, damit sich die Schüler die Prinzipien der Methode allmählich aneignen können. So soll in diesem Fall zunächst in Zweiergruppen gearbeitet werden.
Alle Schüler mit denselben Hausaufgaben setzen sich zusammen und bilden die Expertengruppe. Die eine Hälfte der Klasse ist die Expertengruppe für das Experiment "Das Seifenschiffchen" und die anderen bilden die Expertengruppe für das Experiment "Das Münzen-Tauchen". In den Expertengruppen wird kontrolliert, ob alle zu denselben Versuchsergebnissen gekommen sind. Dann werden Partnergruppen gebildet mit je einem Schüler aus den Expertengruppen. Jeder Schüler schlüpft einmal in die Rolle des Lehrenden, der die Versuchsdurchführung genau erklärt und von seinen Beobachtungen berichtet, und einmal in die Rolle des Lernenden, der dem Mitschüler genau zuhören muss, um den Versuch später selbstständig durchführen zu können. Das schafft Bestätigung und stärkt das Selbstbewusstsein aller Schüler. Im Anschluss werden beide Experimente gemeinsam im Sitzkreis durchgeführt, damit auch in dieser Stunde experimentiert wird.
Um den Bezug des Erlernten zum Alltag herzustellen werden gemeinsam Wasch- und Reinigungsmittel auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Die Schüler entdecken das Wort Tensid auf den Verpackungen und fassen kurz die Eigenschaften der Tenside zusammen.
Zum Abschluss der Einheit ist es wichtig die Forschermappen gemeinsam durchzusehen, damit keine Arbeitsblätter fehlen. Wenn alle Blätter geordnet sind, wird das "Werk" aus dem Plastik-Hefter genommen und der Sitznachbar hilft das "Werk" mit einem Bindfaden zu binden.


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Letzte Überarbeitung: 31. Januar 2005, Dagmar Wiechoczek