10.10 Abschließende und vergleichende Betrachtung

Die Schwierigkeit dieser Doppelstunde lag in der hohen Erwartungshaltung der Schüler. Die Stationenarbeit, bei der sie sechs Experimente durchführen konnten, hatte ihnen großen Spaß gemacht. Nun hofften sie auch in dieser Stunde wieder viele schöne Versuche machen zu können.
Diese Haltung fiel mir insbesondere bei der ersten Erprobungsgruppe auf. Die Unaufmerksamkeit einiger Schüler und Unruhe, die während der Auswertungsphase entstand, lässt sich damit begründen, dass sie keine Lust hatten über die Versuchsdurchführungen und Ergebnisse zu sprechen. Sie wollten selbst etwas tun, sie wollten experimentieren.
Wahrscheinlich hätte ich dieser Klasse zutrauen können, die Auswertung der Stationenarbeit mit Hilfe von Selbststudienmaterial eigenständig in Gruppen vorzunehmen. Jede Gruppe wäre zu einer Expertengruppe einer Station ernannt worden und hätte nach einer Arbeitsphase, den Mitschülern ihre Ergebnisse mit den notwendigen Erklärungen präsentieren können. Diese Form der Auswertung hätte auf jeden Fall die Selbstständigkeit, Selbsttätigkeit und auch das Verantwortungsgefühl erheblich steigern können.

Die zweite Erprobungsgruppe hatte weniger Schwierigkeiten, sich bei der relativ langen Sitzkreisphase zu konzentrieren. Die Schüler waren erfreut ihre Versuchsergebnisse vorstellen zu können und waren auch bei der Auswertung der Versuchsergebnisse ganz bei der Sache. Dabei waren einige Schüler zu außergewöhnlichen Transferleistungen in der Lage, die, wie ich fand, für Schüler der zweiten Jahrgangsstufe beachtlich sind.

Mir waren die Präsentation der Versuchsergebnisse und die Auswertung wichtig. Ein Experiment zeigt ein bestimmtes Phänomen. Das Experiment liefert ein Ergebnis, aber keine Erklärung dafür, wie es zustande kommt. Deshalb sind didaktisch aufbereitete Erklärungen notwendig, damit die Schüler ihre Versuchsergebnisse verstehen.
Entscheidend ist, in welcher Form den Schülern die Erklärungen angeboten werden. In dieser Doppelstunde zeigte sich ganz deutlich, dass es hierfür keinen Königsweg gibt.
Der Lehrer muss in Abhängigkeit von Unterrichts-, Lernvoraussetzungen und der Klassenstruktur entscheiden, wie er seinen Schülern die Auswertungsphase am besten anbietet.


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Letzte Überarbeitung: 31. Januar 2005, Dagmar Wiechoczek