Straßenverkehr in Moskau (Foto: Blume)

Wie die Autos die bodennahe Ozonbildung beeinflussen

Experimente:
Versuch 195: Nachweis von Ozon in der Atmosphäre mit dem Schönbeinfilter
Versuch 196: Abbau von Ozon durch Benzinbestandteile


Um ausführlich Informationen zu erhalten, lies hierzu die Webseite "Bodennahes Ozon".

Bei schönem und austauscharmen Hochdruckwetter legt sich über Ballungsräume und Großstädte eine bräunliche Dunstglocke (-> Bild unten). Die Luft reizt die Schleimhäute, kann Asthma auslösen und schädigt die Pflanzen. In Erinnerung an den Smog (engl. smoke, Rauch und fog, Nebel), den berüchtigten, mit Abgasen von Kohlefeuern angereicherten Londoner Nebel, spricht man von Fotosmog.

Fotosmog entsteht, wenn mit Autoabgasen verunreinigte Luft intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt wird.

Grundlage für die Bildung von Fotosmog ist, dass Stickoxide mit Sauerstoff unter Lichteinwirkung bodennahes Ozon bilden können. Das bodennahe Ozon kann leicht mit alkalischen Kaliumiodid-Stärke-Papieren (Schönbeinfiltern) nachgewiesen werden (-> Versuch 195). Diese Fotoreaktion wird durch Kfz-Abgasbestandteile wie Kohlenstoffmonooxid oder unverbrannte Kohlenwasserstoffe sowie durch andere organische Verbindungen wie Methan oder Lösemittel beschleunigt. An ihr sind Radikale wie das Hydroxyl ·OH, die bei Hochdrucklagen aus der Stratosphäre zu uns gelangen, beteiligt.

Ein Teil des Ozons reagiert mit den organischen Verbindungen (-> Versuch 196). Dabei bilden sich schleimhautreizende und pflanzenschädliche Schadstoffe wie Acrolein und Peracylnitrat, abgekürzt PAN. Außerdem entstehen durch Crackprozesse Rußteilchen, die die Luft bräunlich trüben.


Acrolein und Peracylnitrat

Da in den Ballungszentren auch nachts Autos fahren und dabei weiterhin organische Verbindungen ausstoßen, wird dort das Ozon weitgehend abgebaut.
In nachts besonders verkehrsarmen "Reinluftgebieten" ist das nicht der Fall. Deshalb ist gerade dort (wie in Bad Tölz oder Berchtesgaden) der Ozongehalt besonders hoch.


Fotosmog in Moskau (Foto: Blume)


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Letzte Überarbeitung: 04. April 2007, Dagmar Wiechoczek