Warum Wasser blau(grün) ist

Treffend nennt man unsere Erde den Blauen Planeten. Die großen Wasserflächen, die zwei Drittel der Oberfläche der Erdkugel einnehmen, leuchten blau.

Viele sagen, dass sich der blaue Himmel im Meer spiegelt und dass deshalb das Meer blau sei. Das gilt offensichtlich im Falle des normalerweise grünbraunen Neckars, wie es das folgende Bild zeigt.

Bild 1: Tübingen im Neckar
(Foto: Blume)


Die Spiegelung der Himmelsfarbe ist aber nicht der alleinige Grund für die Bläue des Wassers. Denn auch wenn der Himmel mit grauen Wolken bedeckt ist, erscheint das Meer nicht grau, sondern blaugrün. Das zeigt das folgende Bild sehr schön.

Bild 2 (Foto: Blume)


Übrigens ist auch Eis in dicken Schichten blaugrün.

Beim Tauchen sieht man um sich herum alles in blaugrünen Farbtönen. Farben erkennt man nur, wenn man sich eine Lampe mitbringt. Obwohl (wie jeder weiß) Wasser für Licht transparent erscheint, wird es nach unten hin immer undurchsichtiger. Das liegt nun nicht etwa daran, dass gelöste Stoffe oder Aufgeschwemmtes, Kolloidales das Licht absorbiert. Wasser selbst absorbiert Licht, wenn auch nur ganz, ganz wenig, im äußeren Rot-Bereich in der Nachbarschaft zum Infrarot. Die restlichen Farben des Lichts, das reflektiert wird, addieren sich zur Komplementärfarbe von Rot, zu Blaugrün.

Der Grund für die Farbe des blauen Planeten liegt also nicht in der Spiegelung der Himmelsfarbe, sondern darin, dass das einfallende weiße Sonnenlicht vom Wasser zum Teil absorbiert wird und der spektrale Rest des Lichts blau(grün) erscheint. Das ist die Farbe des Wassers und damit auch die unseres Planeten.


Woher stammt der Name des Schwarzen Meeres?
Wenn man am Strand des Schwarzen Meeres steht, ist man über das tiefe Blau seines Wassers, das fast schwarz erscheint, erstaunt. Es handelt sich hierbei um das Ergebnis der starken Absorption des einfallenden Lichts an der in etwa 50 m Tiefe liegenden schwarzen Grenzschicht. Die Folge ist, dass weniger blaues Licht austritt und dass dazu alles noch dunkler erscheint.

Unter dieser Grenzschicht ist das Schwarze Meer absolut lebensfeindlich, denn hier herrschen anaerobe, also reduzierende Verhältnisse aufgrund der Gärungsprozesse von Bakterien, die aus Sulfat- und Eisen(III)-Ionen extrem giftigen Schwefelwasserstoff und Fe(II)-Ionen produzieren. Beide reagieren zunächst zu Eisen(II)-sulfid FeS, aus dem die schwarzen, kolloidal feinstverteilten Vorstufen von Markasit und dem stabilen Pyrit FeS2 entstehen. Lies hierzu auch den Abschnitt in der Webseite Pyrit.


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Letzte Überarbeitung: 30. März 2010, Dagmar Wiechoczek