Fischer vor Mauritius
(Foto: Daggi)

Ein Vorwort
Die Bedeutung des Wassers für das Leben

Ist Wasser (wie es oft im Märchen heißt [17] ) wirklich das Medium des Lebens?
Das stimmt ohne Zweifel! Wasser ist tatsächlich Grundlage allen Lebens in der Form, wie wir es kennen oder es uns überhaupt vorstellen können. Im Wasser ist das Leben entstanden, die meisten Lebewesen bestehen zum größten Teil aus Wasser! Auch wir Menschen sind eigentlich nur strukturiertes Wasser.

Um das zu verstehen, muss deshalb zunächst geklärt werden: Was überhaupt ist Leben? Was sind Lebewesen?

Unser wichtigstes Lebensmittel Wasser ist pure Chemie
Es ist notwendig, dass wir uns zunächst mit der chemischen Verbindung Wasser und mit seiner Molekülstruktur befassen. Denn wie unsere Altvorderen meinen manche Leute immer noch, dass Wasser eines der vier Elemente sei. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch die folgende, für Chemiker ausgesprochen witzig klingende Zeitungsmeldung:


Neue Westfälische 27.07.2000

Gibt es Wasser ohne Chemie? Wohl kaum, denn Wasser ist wie jede andere Substanz pure Chemie. Es ist sogar eine der lebensnotwendigsten Chemikalien, die es gibt! Reines Wasser ist so sauber, geradezu das Symbol für chemische Reinheit und Sauberkeit!
Denken wir an unser Trinkwasser! Welch ein Genuß ist das Trinken von Mineralwasser an einem heißen Tag! Mit Wasser wird sogar getauft... Flüsse wie der Ganges in Indien sind heilig. An Quellen pflegten die Germanen ihre Helden wie den Siegfried umzubringen. Die Mayas entsorgten ihre Jungfrauen in heiligen Brunnen. Dass die urigen Hunnen (wie Zeitzeugen naserümpfend anmerkten) ihre Wäsche und wahrscheinlich auch sich selbst nie gewaschen haben, soll dem Vernehmen nach daran gelegen haben, dass sie Angst hatten, damit ihre guten Wassergeister zu beleidigen!

Wasser ist für jede Überraschung gut
Nachdem wir also Wasser anhand seiner chemischen und physikalischen Besonderheiten als besondere, herausragende Chemikalie kennengelernt haben, befassen wir uns damit, was für teilweise unbekannte und umso mehr überraschende Auswirkungen seine stofflichen Eigenschaften für das Leben und insbesondere für uns Menschen haben.
Wasser ist ein erstaunlich chemisch stabiles Löse- sowie Transportmittel für Salze, Lebensmittel und Gase. Es ist außerdem aufgrund seiner weiten Temperaturbereiche zwischen den Aggregatzuständen ein hervorragender Energiepuffer.
Das alles macht Wasser unerläßlich für die Ausgewogenheit der biochemischen Abläufe in Lebewesen.
Das gilt aber auch für die Abläufe innerhalb der Erdatmosphäre. Wasser ist nämlich der wichtigste Steuerungsfaktor unseres Erdklimas. Dass Wasser für Wärme und für Kühlung sorgt, betrifft auch seine Anwendungen in Küche und Technik.
Dazu sorgt es aufgrund seiner Dichteanomalie für ständige Bodenerneuerung und ist für das Pflanzenwachstum unerläßlich.
Last but not least: Wasser ist zusammen mit CO2 Edukt bei der pflanzlichen Fotosynthesereaktion, die uns mit Kohlenhydraten versorgt.
Den Wert des Trinkwassers erkennt man erst, wenn keines mehr da ist. Wir diskutieren deshalb den Umstand, dass Süßwasser Mangelware ist. Der Mangel wird durch die Rolle des Wassers als Hygienemedium immer mehr verstärkt. Hilft da der Exodus auf andere Planeten? Treffen wir dort auf andere Lebewesen, deren Existenz nicht mit dem Vorkommen von Wasser verknüpft ist? Gibt es flüssigen Ersatz für Wasser?

Einordnung des Themas in den Unterricht
Die Bedeutung des Wassers für das Leben lässt sich als fächerübergreifendes Thema in Chemie und Biologie einbringen. Man sollte es so unterrichten, dass sich die Schüler bewußt werden, wie wichtig Wasser für sie persönlich ist und weshalb es sich lohnt, Wasser nicht zu verschmutzen und so wenig wie möglich zu verschwenden. Damit ordnet sich dieser Lehrstoff in unseren großen Themenkreis "Umwelt" ein.


© US-Post

Naturwissenschaftlich orientierter Unterricht in Umweltfragen darf nicht in ein Soziologieseminar ausufern. Zu allen Texten haben wir deshalb wie immer Vorschläge und Vorschriften für einschlägige Experimente mit Wasser zusammengestellt.


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Letzte Überarbeitung: 26. April 2001, Dagmar Wiechoczek